Heiter bis stürmisch

Eine abwechslungsreiche Rallye durch das Naturschutzgebiet Fröttmaninger Heide haben der Freizeittreff Freimann, die LOK Arrival, das HeideHaus und RIVA NORD zum BNE-Jahresthema
„Boden“ organisiert.

Rund 40 Teilnehmende aus dem ganzen Stadtgebiet sind am 10. Juli erwartungsvoll bei sommerlicher Hitze in Kleingruppen, zeitlich versetzt, vom FZT Freimann Richtung HeideHaus gestartet. Um es gleich vorweg zu nehmen: stürmisch und mit beeindruckenden Blitzen und Donnern pünktlich zum Abschluss der Rallye endete der Tag.

Aber bis dahin gab es einiges zu entdecken, mit allen Sinnen zu erspüren und mit Teamgeist zu lösen.

Zum Beispiel am HeideHaus: ein Experte vermittelte anschaulich geballtes Fachwissen rund um den Sanddorn. Um dabei auf den Geschmack zu kommen, gab es eine vergleichende Kostprobe. Man höre, man staune … es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Und wer trägt die fantastischen Beeren mit dem hohen Vitamin-C-Gehalt? (Antwort siehe unten)

Weiter ging es zur Quiz-Station. Hier gab es knifflige Fragen rund um das Naturschutzgebiet. Und eine Erkenntnis, die man sich gar nicht deutlich genug machen kann: wie lange dauert es, bis 10 cm Humusschicht entstehen? Wer weiß es? (Antwort siehe unten)

Die Heidefläche im Münchner Norden ist bei jedem Wetter einen Ausflug wert. Und wenn einem dann ein schattiges Plätzchen geboten wird, wie an der dritten Station, die von den Kolleginnen der LOK Arrival gestaltet wurde, dann lässt sich mit allen Sinnen erspüren, wie wertvoll dieser Naturraum für den Menschen ist.

Grillenzirpen, der Duft der Kiefern, die Grashalme zwischen den Zehen. Das sind Erfahrungen, denen nicht wenige Kinder mit Unkenntnis und Skepsis begegnen. Umso schöner ist es, wenn sie unter fachlicher Anleitung ein wenig zur Ruhe kommen und sich dann angereichert mit neuen Sinneseindrücken auf zur nächsten und letzten Station beim RIVA NORD machen.

Hier konnte in Erde „gebatzelt“ werden, was auch ein sehr sinnliches Erlebnis sein kann. Die Zutaten: Erde, etwas Wasser und eine tolle Samenmischung von heidespezifischen Pflanzen; das Ergebnis: handliche „Seed Bombs“, die garantiert keinen Schaden hinterlassen, wenn sie in die Landschaft geworfen werden. Im Idealfall bilden sie eine schmackhafte Nahrungsgrundlage für allerlei Insekten.

Nebenbei gab es noch eine nachhaltige Brotzeit und für alle, die teilgenommen haben, einen „Klimaorden“.

Die Veranstaltung hat allen viel Freude bereitet, nicht zuletzt, weil es die kollegiale Zusammenarbeit stärkt. Das verlangt nach einer Wiederholung in 2021.

Antwort 1: Damit wir von den weiblichen Pflanzen die Früchte ernten können, braucht es unbedingt
auch ein männliches Exemplar. Ein männlicher Vertreter des Sanddorns kann es locker mit
bis zu 8 weiblichen Exemplaren aufnehmen.

Antwort 2: 2.000 Jahre!

Tom Droste, RIVA NORD, KJR

Foto: Mira Walter