Fachstelle Jungen*, junge Männer* und LGBTIQ

Jungen*arbeit setzt voraus, dass die Fachkräfte einen reflektierten und differenzierten Blick auf die Jungen* in ihrer Arbeit richten, sich mit den gesellschaftlichen Strukturen und Geschlechterverhältnissen auseinandersetzen und das eigene Handeln sowie die eigene Geschlechterrolle hinterfragen.

Inhaltliche Aufgaben der Fachstelle

  • Koordination des Jungen*arbeitskreises
    Der Jungen*arbeitskreis tagt regelmäßig und zusätzlich noch zu einem Klausurtag für Schwerpunkte. Die Aufgaben der Fachstelle sind hierbei die Moderation, sowie die Vor- bzw. Nachbereitung dieser Treffen. 
    Ferner erörtert sie den Fortbildungsbedarf und gibt fachliche Inputs.
  • Organisation, Konzeptionierung und Durchführung einer regionalen und einer häuserübergreifenden Großveranstaltungen jährlich
    Der Jungen*arbeitskreis veranstaltet jährlich bspw. die Haushaltsrallye. Die Aufgabe der Fachstelle liegt darin, dafür zu sorgen, dass diese Tage stattfinden und reibungslos ablaufen.
  • Fachberatung für Kollegen
    Aufgabe der Fachstelle ist es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen bei der praktischen Umsetzung der Jungenarbeit zu unterstützen (Methoden, Aktionen, Gestaltung von Jungengruppen). Besonders neue, engagierte Fachkräfte können davon profitieren.
    Die Inhaber der Fachstelle ist Ansprechpartner für alle Jungen*arbeiter im KJR München-Stadt und stellt ihnen mit fachlichem Rat zur Seite wie z.B. bei spezifischer Beratung der Kollegen in Bezug auf Paragraph-8a-Fälle bei Jungen* (Jungen* als Opfer von Gewalt, Missbrauch etc.). Er gibt Auskunft und kann an geeignete Fachstellen weitervermitteln. Weiter macht er zu diesem Thema Informationen durch einschlägige Literatur zugänglich
  • Vertretung des KJR in regionalen und überregionalen Vernetzungsstrukturen der geschlechtsreflektierten Jungen*arbeit
    Die Fachstelle vertritt den KJR u.a. in folgenden Gremien:
    – (Sprecherrat) Netzwerk Jungen*arbeit
    – AK Jungen* München
    – Kommission BJR 
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Aufgabe der Fachstelle ist es, Artikel in Fachzeitschriften zu veröffentlichen so wie das Berichten über die verschiedenen Aktionen des Jungen*arbeitskreises auf der Homepage des KJR.
  • Kooperation mit der Mädchen*beauftragen
    Koordination und Ausbau des fachlichen Austauschs mit dem Mädchen-AK und Kooperation mit der Fachstelle für Mädchenarbeit
  • Unterstützung bei der Fortschreibung und auf Anfrage bei der Schulung der Jungen*leitlinien

Die Fachstelle wurde zum 1. Dezember 2012 eingerichtet.

Jungen*arbeit

Jungen* und junge Männer* befinden sich in einem Spannungsfeld von tradierten Männlichkeitsidealen und den Anforderungen einer Gesellschaft, die eine Gleichstellung der Geschlechter anstrebt.

Jungenarbeit liegt die Annahme zugrunde, dass soziales Geschlecht (Gender) nicht etwas ist, was Menschen einfach „haben“, sondern etwas, was von ihnen und ihrer Umwelt konstruiert wird („doing gender“). In diesem Zusammenhang bricht Jungenarbeit patriarchalischen Vorstellungen auf und fördert die Gleichberechtigung der Geschlechter in der gesamten Gesellschaft und bei jeder einzelnen Person im Denken, Fühlen und Handeln.

Um dies zu erreichen, bietet die reflektierte Jungenarbeit Lernfelder an, schafft Freiräume, ermöglicht Erlebnisse, zeigt verschiedene Modelle von Männlichkeit auf und bildet einen Schutzraum. Sie baut auf die Freiwilligkeit der Jungen und jungen Männer*, lässt Neugier zu und ermöglicht Chancen.

Angebote für Jungen* und junge Männer*: Highland-Games, Haushaltsrallye, Geocaching-Aktion, Berufsorientierungstag.

Fachstelle Mädchen*, junge Frauen* und LGBTIQ

Mädchen*arbeit (Arbeit mit Mädchen*) ist ein Querschnitt in der pädagogischen Arbeit des KJR und bietet fachlich fundierte Standards für eine geschlechterbezogene Arbeit. Dabei es ein Ziel, die Chancengleichheit von Mädchen und jungen Frauen* zu fördern.
Die Fachbeauftragte sorgt im KJR für fachlichen Input in Theorie und Praxis, berät Kolleginnen* und Kollegen* und vernetzt die Mädchen*arbeit.

Aufgaben der Fachstelle

Die Stelleninhaberin unterstützt durch fachliche Beratung und Koordination die Pädagoginnen und Pädagogen in den Einrichtungen des KJR München –Stadt bei deren Auftrag emanzipatorische Kinder- und Jugendarbeit zu leisten und zum Abbau von Benachteiligung und zur Verbesserung der Gleichberechtigung beizutragen

Die Fachstelle setzt sich dafür ein, dass bei allen Planungen, Angeboten, Schwerpunkten, Projekten und Maßnahmen die spezifische Situation der Zielgruppe Mädchen berücksichtigt wird.

Ziele der Fachstelle

  • In Kenntnis der unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen wird eine Verbesserung der Chancengleichheit von Mädchen jungen Frauen und deren Einbeziehung in die Angebotsstruktur und Zielsetzungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit entsprechend der fachlichen Standards und der gesetzlichen Vorgaben (§9 SGB VIII ) angestrebt
  • Entwicklung, Durchführung und Auswertung von Projekten und Maßnahmen der geschlechtsspezifischen Kinder- und Jugendarbeit insbesondere der Mädchenarbeit
  • Unterstützung bei Angeboten und Maßnahmen zur Entwicklung selbstbestimmter weiblicher Räume, Verhaltensmuster und Lebensentwürfe jenseits gesellschaftlicher Fremdbestimmung

Arbeitsschwerpunkte der Fachstelle

  • Sicherstellung des fachlichen Inputs aus Theorie und Praxis
  • Information und Beratung für Fragen zur geschlechtssensiblen Kinder- und Jugendarbeit
  • Vernetzung sowohl KJR intern als auch mit dem Münchner Fachforum Mädchenarbeit und überregionalen Trägern
  • Auf- und Ausbau von Kontakten zu fachbezogenen Stellen in München
  • Entwicklung von mädchenspezifischen Projekten, Fachveranstaltungen und Workshops
  • Geschlechtsspezifische Veranstaltungen im KJR als auch trägerübergreifende Kampagnen mit anderen Trägern und Referaten
  • Mitwirkung in mädchenspezifischen Gremien, Arbeitskreisen und Kommissionen
  • Leitung des AK Mädchen

AK Mädchen

Der Arbeitskreis „Mädchen und junge Frauen ist ein Gremium für Mitarbeiterinnen des KJR, die Interesse an Informationen, Austausch und Input für inhaltliche und organisatorische Themen zur Mädchenarbeit haben. Der AK trifft sich regelmäßig und strebt eine verbindliche und kontinuierliche Mitarbeit der Pädagoginnen an.

Fachliche Weiterentwicklung und die Bearbeitung aktueller Themen und Fragestellungen sowie kollegiale Beratung sind Schwerpunkte. Es werden einrichtungsübergreifende Projekte geplant, durchgeführt und ausgewertet. Für Neueinsteigerinnen und fachfremde Pädagoginnen gibt es die Möglichkeit, eine AK-Frau als „Patin“ zu bekommen, um den fachlichen, organisatorischen und institutionellen Einstieg zu unterstützen.


Die Fachstelle wurde 1995 eingerichtet.

Geschlechtersensible Arbeit

Geschlechtersensible Arbeit ist ein wichtiger Baustein in der Pädagogik des Kreisjugendring München-Stadt, die auch den gesetzlichen Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe (§ 9 SGB VIII), „die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern“ erfüllt.

Formen:

Mädchen*arbeit (weibliche Fachkräfte arbeiten in einem geschlechtshomogenen Rahmen mit Mädchen*)

Jungen*arbeit (männliche Fachkräfte arbeiten in einem geschlechtshomogenen Rahmen mit Jungen*)

Crosswork (Überkreuzpädagogik, Pädagogen* arbeiten mit Mädchen* und umgekehrt)

geschlechtergerechte Koedukation (geschlechtsbewusste Pädagogik von Pädagoginnen* und Pädagogen* mit Mädchen* und Jungen*

Mädchen*arbeit

Durch den Wandel der Geschlechterverhältnisse wurden bereits Benachteiligungen für  Mädchen* und junge Frauen* abgebaut. Trotz des gesetzlichen Anspruchs auf gleiche Rechte bestehen aber noch immer soziale Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, was für Mädchen* und junge Frauen* zu einem Spannungsverhältnis führt, da ihnen oftmals vermeintliche Gleichberechtigung suggeriert wird, die aber nicht in allen Lebensbereichen erreicht ist. Dadurch werden Erfahrungen von Ungleichheit tabuisiert und Benachteiligungen als persönliches Versagen oder individuelles Risiko gesehen statt nach wie vor als strukturell bedingt („Verdeckungszusammenhang“).

Durch den sog. „Alphamädchendiskurs“, im dem besonders in den Medien betont wird, dass die Mädchen* die Jungen* beispielsweise im schulischen Bereich längst überholt hätten, wird dieser Effekt noch verstärkt.

Zudem liegt Mädchen*arbeit die Annahme des „Doing Gender“ zugrunde, eines komplexen Prozesses, der Geschlecht hervorbringt. Demnach ist soziales Geschlecht nicht etwas, das Menschen einfach „haben“, sondern durch die andauernde Wechselwirkung der Ein- und Anpassung von Menschen in zweigeschlechtliche (heteronormative) Verhältnisse entsteht. Damit verbunden sind auch geschlechtsspezifische Auf- und Abwertungen.

Vor diesen Hintergründen setzt die reflektierte Mädchen*arbeit des Kreisjugendring München-Stadt mit einem parteilichen Ansatz an diesen Lebensrealitäten an und fördert die Mädchen* und jungen Frauen* individuell, setzt also an ihren Stärken und Ressourcen an. Dabei ist zu beachten, dass es sich nicht um eine homogene Gruppe DER Mädchen* handelt, sondern auch große Unterschiede zwischen Mädchen* bestehen. Die intersektionale Perspektive berücksichtigt dabei weitere Ungleichheitskategorien wie beispielsweise Nationalität oder Behinderung und betrachtet diese in ihren Wechselwirkungen.

Ziel der Mädchen*arbeit ist es, stereotype Rollenmuster aufzubrechen und die damit einhergehenden Machtstrukturen zu hinterfragen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter in der gesamten Gesellschaft und bei jeder einzelnen Person im Denken, Fühlen und Handeln zu fördern. Um dies zu erreichen, schafft die parteiliche Mädchen*arbeit Frei-, Schutz-, und Entlastungsräume, bietet Lernfelder an, ermöglicht Erlebnisse, zeigt verschiedene Modelle von Weiblichkeit auf und gibt somit Orientierung bezüglich immer komplexer und vielfältiger werdenden Anforderungen.


Angebote für Mädchen* und junge Frauen*

Der KJR bietet einrichtungsübergreifende Großprojekte für Mädchen* und junge Frauen* und beteiligt sich auch an trägerübergreifenden und stadtweiten Aktionen.
Zudem gibt es von Einrichtungen in den Stadtteilen viele verschiedene Angebote für Mädchen* und junge Frauen*.

Leitlinien Jungenarbeit

Im Sommer 2013 wurden die Leitlinien Jungenarbeit erstmals evaluiert. Der KJR hat damit die Evaluierungen seiner pädagogischen Leitlinien (Interkulturelle Arbeit und Integration, Partizipation, Arbeit […]

Evaluation der Leitlinien Mädchen

Neue KJR-Broschüre erschienen: “Evaluation der Leitlinien Mädchen – Ergebnisse, Fortentwicklung und qualitative Indikatoren” Die geschlechtsspezifische Arbeit mit Mädchen hat einen hohen Stellenwert im Kreisjugendring […]