Demokratiemobil

Das Demokratiemobil – „Demokratie im Einsatz“ – ist politische Bildung im öffentlichen Raum:  Es soll als Bildungsangebot auf Rädern in München dauerhaft und nachhaltig zum Einsatz kommen und rund um die Themen Demokratie, Teilhabe und Menschenrechte Bildung interaktiv „auf die Straße“ bringen, in Stadtteile, auf Bürgerfeste, vor Wahlen und im Alltag. Es informiert und klärt auf, nicht nur mittels Lesematerial, sondern vor allem über kurzweilige, niederschwellige Mitmachaktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ziel ist es mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, Stimmungen und Bedarfe aufzunehmen, Möglichkeiten der politischen Teilhabe aufzuzeigen und Mut zu machen, diese auch wahrzunehmen und zu partizipieren. So können auch diejenigen erreicht werden, die von sich aus keinen Zugang zu politischer Bildung haben oder aktiv suchen.

Das Demokratiemobil enthält bei Einsätzen zu Wahlen keine Parteiprogramme und informiert nicht über parteipolitische Positionen. Gegenüber ausgrenzendem, rassistischem und menschenfeindlichem Gedankengut bezieht es aber jederzeit und deutlich Position.

Das Mobil selbst enthält ein Kernangebot an Aktionen. Sie sind flexibel auf unterschiedliche Themen anwendbar und übertragbar, können je nach Platzbedarf ausgedehnt und eingegrenzt werden. Zusätzlich kann man aber gern noch weitere Angebote koppeln - je nach Bereitschaft und Ideen von unterstützenden Einrichtungen in den jeweiligen Stadtbezirken.

Die Kosten für stadtteilbezogene Aktionen und den Personalbedarf decken größtenteils die jeweiligen Bezirksausschüsse. Für das Mobil selbst und seinen Unterhalt kommt der Kreisjugendring München-Stadt auf.

In den bisherigen Einsätzen zur Bundestagswahl 2017, der Landtagswahl 2018, der Langen Nacht der Demokratie und auf Stadtteilfesten konnten in bislang 10 Stadtbezirken insgesamt über 3000 Menschen erreicht werden, die sich aktiv an den Angeboten des Mobils und in Gesprächen beteiligten. Die LH München hat den Erfolg gewürdigt und unterstützt das Projekt seit 1. Januar 2019 mit einer halben Stelle.


Demokratie im Einsatz: Roll for Europe!

Es ist wieder so weit: Das Demokratiemobil wird gerade fit gemacht für die Einsätze 2019.
Im Mai geht es dann – mit vollem Programm – wieder auf die Straße. Kick off ist im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus am 15. März vormittags bei der Einrichtung Haus am Schuttberg.

Im Blickpunkt sind die Europa-Wahlen am 26. Mai und es haben sich diesmal so viele Stadtbezirke für das Demokratiemobil gemeldet, dass gar nicht alle berücksichtigt werden konnten.Eine „örtliche“ Ausnahme gibt es diesmal: Die Europawoche in Bayern wird vom Europabüro in Augsburg eröffnet, das sich für diese Feier das Demokratiemobil als Publikumsmagnet gewünscht hat.

Termine und Orte der Einsätze zur Europawahl:

Samstag, 4. Mai
ganztags, Augsburg, Königsplatz

Mittwoch, 8. Mai, 13 - 17 Uhr
Fürstenried, Schweizer Platz

Donnerstag, 9. Mai, 14 - 18 Uhr
Europafest der LH München, Kaufinger Straße

Freitag, 10. Mai, 15 - 19 Uhr
Riem, Willy-Brand-Platz vor den Riem-Arcaden

Samstag, 11. Mai, 15 - 19 Uhr
Riem, Willy-Brandt-Platz vor den Riem-Arcaden

Mittwoch, 15. Mai, 13 - 17 Uhr
Fürstenried, Schweizer Platz

Donnerstag, 16. Mai, 12 - 16 Uhr
Sendling, Harras

Freitag, 17. Mai, 9 - 15 Uhr
Ramersdorf, Flohmarkt Karl-Preis-Platz

Samstag, 18. Mai, 13 - 17 Uhr
Untergiesing, Wettersteinplatz

Mittwoch, 22. Mai, 14 - 18 Uhr
Untergiesing, Mangfallplatz

Freitag, 24. Mai, 14 - 18 Uhr
Freimann, Heidemarkt

Samstag, 25. Mai, 15 - 18 Uhr
Ramersdorf, Frühlingsfest Langbürgener Straße 3

Einsätze bis September 2019

Nach den Europawahlen geht es mit Einsätzen zu verschiedenen Veranstaltungen weiter.

Termine und Orte der Einsätze bis September 2019:

Samstag, 8. und Sonntag, 9. Juni, jeweils 13 - 17 Uhr
KIKS-Kinderfestival, Alte Messe

Freitag, 28. Juni, 13 - 18 Uhr
Stadtteilfest Sendling/Sommerfest SBZ Sendling, Valley-Platz

Dienstag, 16. und Mittwoch 17. Juli, jeweils 10 - 14 Uhr
Sommer.dok am Königsplatz in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum

Samstag, 20. Juli, 13 - 20 Uhr
OBEN OHNE Open Air, Königsplatz

Sonntag, 31. Juli, 14 - 18 Uhr
Spielefest Carl-Orff-Bogen Park

Samstag, 31. August, Zeitraum wird noch bekannt gegeben
Flohmarktfest Ramersdorf, Karl-Preis-Platz

Einsätze des Demokratiemobils 2018

Demokratische Nacht

Die Vereinten Nationen haben den 15. September zum Internationalen Tag der Demokratie ausgerufen. Als Projekt des Wertebündnis Bayern fand dazu in mehreren bayerischen Kommunen vom Fichtelgebirge bis zu den Alpen eine „Lange Nacht der Demokratie“ statt, in München zum ersten Mal. Zum großen Veranstalterkreis gehörten u.a. die Münchner Volkshochschule, democraticArts und der KJR.

Von 16 bis 2 Uhr nachts gab es fast 100 Events. Das KJR-Demokratiemobil beteiligte sich mit einer Station. In Kooperation mit „München ist bunt e.V.“ wurde die Sendlinger Straße in ein großes Straßenfest für Demokratie und demokratische Werte verwandelt. An einer langen Tafel gab es Speisen aus verschiedenen Ländern, dazu ein buntes Bühnenprogramm mit Musik, Tanz und Lyrik. Ein Highlight des Abends war der Auftritt der Poetry-Slam-Newcomerin Nuria Glasauer, die mit Texten rund um Klassismus, Rassismus und sexuelle Identität gesellschaftliche Schieflagen anspricht. Mittendrin stand das Demokratiemobil und hatte mit 250 Teilnehmenden einen guten Start vor der Landtagswahl-Tour. Außerdem fungierte das Mobil als Wahllokal für die U18-Wahl des Bayerischen Jugendrings, zu der alle Minderjährigen eingeladen waren. Mit 60 Prozent der Stimmen waren „Bündnis 90/Die Grünen“ die stärkste Partei im U18-Wahllokal am Demokratiemobil, gefolgt von „Die Partei“und „Tierschutzpartei“.

Neben dem gelungenen Tag entwickelten sich im Veranstalterkreis viele Kooperationsideen für kommende Einsätze des Demokratiemobils. Man darf also gespannt und erwartungsvoll ins nächste Jahr blicken! 


Demokratie unter Anspannung

In diesem Jahr war der feuerrote Löschwagen zum zweiten Mal in seiner neuen Funktionals Demokratiemobil auf Einsatz-Tour. Drehte sich 2017 alles um die Bundestagswahl, stand dieses Jahr die Landtagswahl im Fokus. Neu waren Aktionen eigens für die jüngsten Demokratinnen und Demokraten bis 12 Jahre und speziell für Jugendliche unter 18 Jahre konzipierte Aktionen. Auch für die Erwachsenen gab es Neues zu entdecken. Für viele erwies sich „Gestalte dein Bayern“ als besonders interessant, eine von Michel Abdollahi adaptierte Methode, bei der sich Passantinnen und Passanten ihren eigenen Freistaat zusammenstellen können. Aber auch Bewährtes blieb erhalten, so wie die Dauerbrenner „Stimmungsbarometer“ oder das „Who is Who der Politik“.

Insgesamt war das Demokratiemobil neun Mal zur Landtagswahl und vier Mal bei weiteren Veranstaltungen unterwegs. Während der Einsätze wurden insgesamt 1.400 Personen erreicht. Die besuchten Stadtteile in diesem Jahr waren Riem, Moosach, Schwabing-Freimann, Untergiesing und Obergiesing.

Die Stimmung bei den Einsätzen war sehr stark vom Standplatz abhängig, aber auch vor allem davon, wie aktiv sich die Kooperationspartnerinnen und -partner vor Ort einbrachten. Im Vergleich zum Vorjahr ließ sich jedoch eine insgesamt angespanntere Stimmung wahrnehmen. Während klar dem rechten Spektrum zuordenbare Aussagen oder gar Anfeindungen gegen das Demokratiemobil und seine Mitwirkenden letztes Jahr eine Ausnahme blieben, standen sie dieses Jahr auf der Tagesordnung. Gleichzeitig zeigte sich jedoch auch eine höhere Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Der Großteil der Teilnehmenden bewertete das Angebot positiv und beteiligte sich gerne und gesprächsbereit an den Aktionen. Deutlich wurde auch das Bedürfnis nach mehr demokratischen Aktionen und präsenterem Einstehen für eine offene Stadtgesellschaft.

Ein großer Dank gilt den vielen helfenden Händen, ohne die die Aktionen des Demokratiemobils unmöglich gewesen wären. Außerdem den Einrichtungen und Organisationen, die sich selbst mit eigenen Angeboten am Mobil beteiligt haben und nicht zuletzt den beteiligten Bezirksausschüssen (BA), die die Einsätze durch ihr Engagement und ihre finanzielle Unterstützung mittrugen.

Besonderer Dank geht an die BAs 10, 12,15, 17 und 18, die Teams von Lok Arrival, Freizeitreff Freimann, 103er, Mooskito, HeideTreff Freimann, an EJM, BDKJ, die Initiative „Berg am Laim für Demokratie, Freiheit und Europa“ und alle, die aus Überzeugung mitgeholfen haben. Sie haben das Demokratiemobil durch ihren persönlichen Einsatz mit Leben gefüllt und es erst möglich gemacht!

Theresa Baum, Demokratische Jugendbildung, KJR


Nachzulesen sind die Einsätze in den verschiedenen Stadtteilen auf dem Demokratiemobil-Blog.

Die Ergebnisse des Pilotprojekts zur Bundestagswahl sind hier zusammengefasst:

--- Dokumentation des Pilotprojekts als FlippingBook online lesen ---

Kontakt

KJR München-Stadt
Projektleitung Demokratiemobil, Fachgebiet Demokratische Jugendbildung
Theresa Baum
Tel. 089 / 45 20 553-41
t.baum(at)kjr-m.de