KJR - Archiv

Frühjahrsvollversammlung 2016

Die Frühjahrsvollversammlung des KJR am 9. Juni 2016 beschäftigte sich mit der BJR-Satzungsreform, zahlreichen Formalia und spannenden Berechungen.

„Bleiben Sie unbequem!“

Gastgebende Einrichtung war diesmal der Freizeittreff Freimann, und KJR-Vorsitzende Stefanie Lux machte den Delegierten auch noch mal das Trägerschaftsmodell deutlich: Der KJR ist nämlich nicht nur die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände, die sich zweimal jährlich zur Vollversammlung trifft, sondern eben auch Träger von 49 Freizeitstätten, acht Kindertageseinrichtungen und zahlreichen Projekt- und Fachstellen, eine Größe, die dann im Finanzteil wirklich zu Buche schlägt. Stefanie Lux begrüßte Stadträtin Jutta Koller, Stadtrat Christian Müller und den kommissarischen Leiter des Jugendamts, Markus Schön. Christian Müller, der auch die Grüße des Oberbürgermeisters überbrachte, dankte den Delegierten für ihr ehrenamtliches Engagement und dem KJR-Vorstand für seine Aktivitäten gegen Rechts. Er forderte die Anwesenden auf, unbequem zu bleiben.Mit 63 von 92 anwesenden Delegierten war die Beschlussfähigkeit gesichert und Stefanie Lux freute sich, dass erneut zwei jugendliche Delegierte aus den Freizeitstätten, diesmal vom Multikulturellen Jugendzentrum Westend, dabei waren.

Der Bericht des Vorstands für das Jahr 2015, der den Delegierten schriftlich zugestellt worden war, wurde durch einzelne Schwerpunktthemen ergänzt. Die KJR-Vorsitzende informierte über die aktuellen Entwicklungen beim Jugend- und Ausbildungsticket, bewertete die gerade angelaufene Abonnierbarkeit positiv, machte aber gleichzeitig deutlich, dass dies nur ein ganz kleiner Schritt in Richtung eines Jugend- und Ausbildungsticket ist. Sie verwies auf das Forderungspapier des AK Jugend- und Ausbildungsticket und den anstehenden – hochrangig besetzten – Workshop.

Vorstandsmitglied Anna Drozkowski berichtete von den für Spätherbst geplanten Aktivitäten des AK Jugend und Polizei, der Ideen für eine Beratungsstelle, Flyer, eine APP und YouTube-Videos entwickelt hat.

Die Aktion gegen Rechtspopulismus präsentierte Vorstandsmitglied Judith Städele. Hier sind für Juli eine Postkartenaktion mit sechs Motiven und eine begleitende Aktionswoche mit Infoständen, Poetry Slam und Diskussionsveranstaltung geplant (s. auch S. xx). Ziel ist es, sich häufig missbräuchlich verwendete Begriffe wie Wahrheit, Heimat, Tradition, Widerstand, Europa und Freiheit wieder zu eigen zu machen.

Die Aktivitäten im Bereich Jugendarbeit und Schule erläuterte Vorstandsmitglied Christoph Saur. Er machte deutlich, dass Ganztagsbildung viel mehr sein muss als Ganztagsschule und kündigte ein neues Projekt für die Jugendverbände an, das es ihnen ermöglichen soll, leichter in Kontakt mit Schulen zu kommen.

„Freiräume für Kinder und Jugendliche“ war das Stichwort für Vorstandsmitglied Marina Lessig, die über die Aktivitäten des PlanTreff, den KJR-Fachtag zu Freiräumen und über die aktuelle Forderung nach beleuchteten Spiel- und Sportplätzen informierte.

Ein Schwerpunkt der Vollversammlung war die geplante BJR-Satzungsreform. Vorstandsmitglied Christian Agi erläuterte den Delegierten den aktuellen Stand und das geplante Verfahren. Der KJR München-Stadt hat sich dabei mit vier Kernforderungen in die Diskussion eingebracht, die nun auch den Delegierten vorgestellt wurden:

  • Subsidiären Charakter der BJR-Satzung und die Regelungskompetenz der dezentralen Organe stärken
  • Größeren Gestaltungsspielraum bei der Aufgabenverteilung zwischen Vorstand und Hauptamt auf örtlicher Ebene ermöglichen
  • Parität zwischen Gliederungen und Landesverbänden herstellen
  • Die Mitgliedschaft im BJR niedrigschwelliger gestalten und breiter aufstellen, die demokratische Mitwirkung stärken.

 Nach der Abendessenspause ging es mit dem Finanzteil weiter. Der stellvertretende KJR-Vorsitzende Hans Radspieler, Geschäftsführer Franz Schnitzlbaumer und der stellvertretende Geschäftsführer Gerhard Mayer erläuterten den Jahresabschluss 2015. Hans Radspieler stellte spannende Berechnungen an: Der KJR-Haushalt hat ein Volumen von ungefähr 32 Millionen Euro, das sind 3,2 Millionen 10-Euro-Scheine, die jeweils 0,1 mm hoch sind und so einen Berg von etwa 320 Meter auftürmen würden, wiegen würden die 3,2 Millionen 10-Euro-Scheine etwa 2,3 Tonnen. Wem die vielen Nullen keinen Schwindel machten, der konnte dann auch noch den Ausführungen von Revisor Gottfried Kaiser folgen, der eine einwandfreie und umsichtige Verwendung der vorhandenen Mittel bescheinigte. Die Delegierten stimmten danach noch für die Entlastung des Vorstands und für die vorgelegte Verteilung der Jugendverbandsförderung.

Letzter Tagesordnungspunkt war der Aufnahmeantrag des Vereins ZusammenWachsen e.V. Vorsitzender Thomas Steingasser informierte die Delegierten über die Vereinsaktivitäten, die sich vor allem um das Kennenlernen auf Augenhöhe von jungen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund drehen. Ob Zukunftswochenende, Schulprojekt, Nachhilfe oder Gruppenaktivitäten, das gemeinsame Tun und Erleben steht im Mittelpunkt. Die Vollversammlung votierte einstimmig für den Aufnahmeantrag und empfiehlt dem BJR-Landesvorstand die Aufnahme des Vereins.

Den Abschluss machte KJR-Vorsitzende Stefanie Lux mit einer großen Dankesrunde an alle Beteiligten. Die Herbstvollversammlung findet am 15. November statt.

 

Angelika Baumgart-Jena, Öffentlichkeitsarbeit, KJR

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