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Sommer.dok unter Sternen

Zum 5. Mal selbstbestimmte politische Jugendbildung auf dem Königsplatz - am 4. und 5. Juli 2017

Kein Tagesprogramm, dafür zwei besondere Abendveranstaltungen. 2017 hat das Team sommer.dok ein komprimiertes Format ausprobiert und mit den Themen vor allem junges Publikum erreicht, das hoch engagiert mitdiskutierte.

Fassungslosigkeit, Kopfschütteln und viele Fragen am 4. Juli, dem ersten Veranstaltungsabend mit Gedanken zum Ende des NSU-Prozesses: „Für Nazis ist gerade eine gute Zeit“ mahnten Heike Kleffner, wissenschaftliche Mitarbeiterin der LINKEN im Bundestag mit Schwerpunkt NSU, Christine Umpfenbach von der Münchner Opferberatungsstelle BEFORE und Robert Andreasch, Prozessbeobachter für NSU-Watch. Als Fachleute zum Themenkomplex Alltagsrassismus, Rechtsextremismus und -terrorismus informieren sie und klären auf. Und sie weisen immer wieder darauf hin, wie gefährlich salonfähig Rassismus und extrem rechtes Gedankengut in unserer Gesellschaft geworden sind und wie viele rechtsgerichtete Gewalttaten täglich geschehen, oft nicht als politisch motiviert erkannt. Unsere Gesellschaft sei es, so Heike Kleffner, die Konsequenzen aus dem NSU-Prozess einfordern muss.

Ein besonders intensiver Auftakt zu sommer.dok, den Judith Städele, stellvertretende Vorsitzende des KJR, engagiert moderierte. Klares Anliegen des jungen Vorbereitungsteams ist es, das Thema unablässig weiterzuverfolgen.

„Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.“

Kurt Tucholskys Ausführungen von 1919, was Satire ist und was Satire darf, sind nicht nur zeitlos, sondern weltweit berühmt einschließlich seiner provokanten Bilanz: „Was also darf die Satire? Alles.“

Am 5. Juli, dem zweiten Veranstaltungsabend, waren mit Dieter Hanitzsch, politischer Karikaturist der Süddeutschen Zeitung, und dem Schauspieler und Comedian Simon Pearce Vertreter zweier Generationen mit völlig unterschiedlichen Zugängen zu Satire, dem Thema dieses Abends, eingeladen: Spannend, die Biografie und den künstlerischen Werdegang der beiden kennenzulernen, lustvoll-kontrovers die anschließenden Debatten rund um „Satire“ gemeinsam mit dem begeisterten Publikum, souverän moderiert von Carmen Wegge, Juristin und Poetry-Slammerin. An diesem Abend via Plakat-Botschaft anonym dabei: Street-Art-Künstlerin „Barbara“.

Und noch jemand erhielt posthum einen trommelnden Applaus, dessen Kino-Klassiker „Sein oder Nichtsein“ das sommer.dok 2017 um Punkt 0 Uhr beschloss: Ernst Lubitsch, jüdischer Filmemacher und Regisseur, emigrierte 1933 in die USA, wo er 1942 eine der berühmtesten Satiren der Filmgeschichte über Nazi-Deutschland drehte. Eine wundervolle Hommage des Publikums auf dem nächtlichen Königsplatz an einen, der den Jüngeren kaum mehr bekannt ist.

Sylvia Holhut, Demokratische Jugendbildung, KJR

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