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Hänsel und Gretel "crossover" mit der Bayerischen Staatsoper

In den Herbstferien erstrahlte die Oper „Hänsel und Gretel“ im Club Hasenbergl in neuem Gewand. Geschneidert von Kids, die zuvor keinerlei Berührung mit einer Oper hatten. Ein Pilotprojekt mit HipHop, Breakdance und Profis der Bayerischen Staatsoper.

Brüderchen, komm break mit mir

Es war einmal im Hasenbergl, da verschmolzen zwei scheinbar gegensätzliche Welten miteinander... So könnte das Märchen beginnen, wenn es sich nicht tatsächlich so abgespielt hätte. Denn in den Herbstferien passierte etwas Besonderes im Saal vom Kinder- und Jugendtreff „Der Club“. Da boten zwei Sängerinnen und ein Pianist der Bayerischen Staatsoper mit einem breiten Lächeln Auszüge der Oper„Hänsel und Gretel“ dar – zu einem HipHop-Beat. Und die Jugendlichen aus dem Hasenbergl performten dazu eine Breakdance-Choreographie. Ohne geprobt zu haben, wurde das Lied „Brüderchen, komm tanz mit mir“ zum Beweis dafür, dass sich zwei Welten begegnen können, ohne erzwungen oder gespielt zu sein. Einfach märchenhaft, ohne viel Mühe und Anstrengung, kam dieser Moment natürlich nicht zustande. Es mussten Grenzen gesprengt und ein neuer Rahmen sowohl für die Teilnehmenden wie auch für die Akteurinnen und Akteure der Oper geschaffen werden. Gemeinsam mit dem Team Großveranstaltungen und kulturelle Jugendbildung und dem KJR-MusikMobil konzipierte die Freizeitstätte ein kulturelles Pilotprojekt, um die Jugendlichen aus dem Hasenbergl und Musiker und Musikerinnen der Bayerischen Staatsoper zusammenzubringen. Die Jugendlichen setzen sich eher praktisch mit Sachverhalten auseinander und müssen Dinge ausprobieren dürfen. Deswegen wurde das Cross-Over-Projekt initiiert. Es sollte Oper aktiv erlebbar und Spaß machen.

So hatten 12 Besucherinnen und Besucher des „Clubs“ die Möglichkeit, in den Workshops Beatproduktion, Rappen und Breakdancen ihre eigene Interpretation eines Stücks der Oper „Hänsel und Gretel“ zu gestalten. Dabei wurde getextet, gerappt, die Originalmusik auf dem Computer zu einem HipHop-Beat umgebaut und eine Tanz-Choreographie entwickelt. Ohne den Druck, etwas (er)schaffen zu müssen, konnten sich die Teilnehmenden fallen lassen und erlebten so Oper auf ihre Weise.

Operngesang und Six-Step 

Am dritten von vier Tagen kam die Opernwelt in Gestalt von Musikerinnen und Musikern der Bayerischen Staatsoper in „ihr Haus“ und sie zeigten, wie sie die Oper erleben. Schnell vermischten sich die Welten: Unter Anleitung der Jugendlichen zeigten die Sängerinnen Talent beim Erlernen des Six-Step, des ersten Schritts im Breakdance, und ließen den Kopf zum Beat nicken. Durch diese Atmosphäre getrieben, fand nun das „Märchen“ statt: Gemeinsam wurde alles gegeben, als der bassige, eigens aufgenommene Beat zu den hohen Tönen der Sängerinnen die Tänzerinnen und Tänzer in der Mitte des Raumes zu akrobatischen Höchstleistungen trieb, unterlegt von den klassischen Klängen der Musik live vom Klavier. Zum Glück wurde dieser Moment von Kameras festgehalten, die den ganzen Workshop dokumentarisch begleiteten.

Abgerundet wurde die Projektwoche durch einen Besuch der Oper. Dort hatten die Kids die Möglichkeit, an klassischen Instrumenten Melodien gemeinsam nachzuspielen, und bekamen im Anschluss eine ausgiebige Führung hinter die Kulissen des Opernhauses. 

Und sie tanzten, rappten und schufen Beats glücklich bis ans ... Nein! Das war noch nicht das Ende, sondern erst der Anfang eines fantastischen Projekts. Im Dezember wird noch der Besuch der Vorstellung von „Hänsel und Gretel“ folgen, und im Frühjahr wird der von einer professionellen Filmemacherin gedrehte Dokumentarfilm auf dem DOK.fest München zu sehen sein. Ideen für Fortsetzungen mit der Gruppe gibt es jede Menge, und so hoffen alle Beteiligten, dass sich diese wunderbare Woche bald wiederholt und Menschen mit unterschiedlicher kultureller Verwurzelung zusammenbringt und verbindet.

Benedikt Kämmerling, Der Club, KJR 

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