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50 Jahre Jugendtreff Cosimapark

KJR-Vorstandsmitglied Leander Gerl (li.) gratuliert dem Team zum 50. Jubiläum: Volker Jäntschi (2.v.l.) kann heuer sein 35-jähriges Dienstjubiläum als Leiter des Cosi feiern. Fast genauso lange dabei ist auch Stefan Hefele (re.). Das Team vervollständigen heute Aylina Stoßberger und Simone Hirz.

Zum „Jubel- und Jubiläumsfest“ am 24. Mai gibt es feines Fingerfood von einem früheren Besucher, schöne Erinnerungen und Hits, die genauso alt sind wie der Jugendtreff selbst

Aus den Lautsprechern tönt „In the Year 2525“. Der apokalyptische Song war der einzige
Hit von „Zager & Evans“, ein weltweiter Millionenseller. Zu weltweitem Ruhm hat es der Jugendtreff Cosimapark – soweit bekannt – bislang zwar nicht gebracht, aber er war schon für Generationen von Jugendlichen der Hit. Und beide, der Song und der Jugendtreff, sind inzwischen 50 Jahre alt.

Das wird an diesem 24. Mai mit der „Jubelund Jubiläumsfeier“ gewürdigt. Bereits am Nachmittag lockt das Kinderprogramm mit Riesen-Vier-Gewinnt, Getränkekisten-Klettern und einer Bungee-Run Hüpfburg. Dabei müssen Kinder am Gummiseil ein Ziel erreichen, ehe sie vom gedehnten Seil zurückgezogen werden.

Zurückgezogen in ihren Jugendtreff, von den Kindern und Jugendlichen kurz „Cosi“ genannt, hat es an diesem Tag viele Ehemalige, die es sich an den Biertischen im Hof gemütlich machen. Einer von ihnen ist Matthias Kowalsky. Vor 35 Jahren, als Achtjähriger, kam er zum ersten Mal in den Jugendtreff und wurde „erstmal weggeschickt, weil ich zu jung war“. Er kam jedoch wieder und fand Freunde, mit denen er heute noch Kontakt hat. Hier hat Kowalsky bis heute unvergessene Eindrücke gesammelt: Der Faschingsball als Ali Baba, die Fußballturniere oder die Ausflüge, mit denen „wir Stadtkinder auch mal rausgekommen sind, zum Beispiel in die Berge!“.

Heute ist Kowalsky jedoch nicht nur zum Feiern und Zurückblicken hier, er will auch was zurückgeben. Denn er hat sich mit demCatering-Service „food artists“ selbständig gemacht, liefert täglich 4000 Mahlzeiten aus und beliefert seine Kunden auch in Berlin oder Kitzbühel – und heute die Gäste im Cosi. Sein Flying Buffet bietet mehrere Gänge an, vom „Fürmoosener Bauernspeck auf Orangen-Fenchel-Salat und Eisberg“ über „Gemüsespirelli mit gelbem Paprika-Schaum und gehobeltem Parmesan“ bis hin zu „Crème Brûlée mit Sacherstück und Schokohippe“. „Das ist der Beweis, dass aus Cosi-Besuchern
was G‘scheids werden kann“, sagt Leiter Volker Jäntschi scherzhaft, als er die Festgäste begrüßt.

Stadtrat Marian Offman lobt, hier seien „Kinder und Jugendliche in besten Händen. Gut, dass es Organisationen wie den KJR gibt!“. Offman überbringt im Namen von Oberbürgermeister Dieter Reiter die Glückwünsche der Stadt und ruft auf, zur zwei Tage darauf stattfindenden Europawahl zu gehen. „Und ich sage Ihnen, wen sie nicht wählen sollen: die AfD!“ Denn die Stadt habe ein buntes, offenes und liberales Flair, das sie sich bewahren müsse.

Für den KJR gratuliert Vorstandsmitglied Leander Gerl und bringt auch ein Geburtstagsgeschenk mit: eine richtig große Wasser- Bazooka.

Für ein kräftiges Geburtstagsständchen sorgt „Willy’s Homestone Blues Band“ des benachbarten Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums, mit dem der Jugendtreff seit mehr als zehn Jahren zusammenarbeitet und dort unter anderem Schulsozialarbeit anbietet. Ab 20 Uhr spielt die „Unterbiberger Hofmusik“ auf, die bayerische Volksmusik mit Jazz und Einflüssen aus aller Herren Länder mischt und dem Publikum zum Beispiel „Heit gibt’s a Rehragout“ auf Arabisch beibringt. Damit passt sie gut zum Cosi. Denn hier sind jeden Tag Kinder und Jugendliche vieler Nationalitäten zu Gast, im Schnitt kommen vor allem am Nachmittag und am Abend 50 Besucherinnen und Besucher zwischen zehnund 25 Jahren.

Bei der Eröffnung 1969 war das Cosi zunächst ein paar hundert Meter weiter, gegenüber dem Cosima-Wellenbad, untergebracht. 1984 zog der Jugendtreff an den jetzigen Standort in der Englschalkinger Straße 185. Das „neue“ Haus war jedoch ein ehemaliges Straßenbahnhäuschen, das in den 70er und frühen 80er Jahren als Planungsbüro für das Bogenhausener Klinikum genutzt wurde. Dieses Provisorium hielt noch 26 Jahre, bis 2010 das heutige, neu gebaute Haus bezogen werden konnte. „Für die Kinder und Jugendlichen ist es jetzt ein echtes Traumhaus“, sagt Volker Jäntschi, der den Jugendtreff seit 35 Jahren leitet. „Anders als die bisherigen Notlösungen erfüllt das Gebäude endlich alle Ansprüche der Besucherinnen und Besucher, aber auch von uns Pädagoginnen und Pädagogen“.

Und die prägen die Atmosphäre eines Jugendtreffs entscheidend. Auch Matthias Kowalsky haben Volker Jäntschi und sein Team geprägt. Er erinnert sich ebenso gut wie gerne daran, „dass sie einem zugehört haben, dass sie für einen da waren.“ Und, auch wenn er es damals nie zugegeben hätte, weil es „nicht cool“ gewesen wäre, „dass sie einen auch mal getröstet haben“.

Gecko Wagner, Öffentlichkeitsarbeit

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