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40 Jahre Abenteuer-Spiel-Platz Neuhausen

Ein großer Blumenstrauß von den ASP-Juniors für ASP-Leiterin Susanne Kußmaul – sie stehen Schlange, um ihr jede Blume einzeln zu überreichen und sich bei ihr zu bedanken.

Bei herrlichem Spätsommerwetter wurde am 13. September das 40-jährige Bestehen des ASP Neuhausen gefeiert.

Ein Paradies für Kinder und Eltern

Der Abenteuer-Spiel-Platz an der Hanebergstraße 14 ist immer gut besucht, aber am Geburtstagstag sieht man dort ungewöhnlich viele Erwachsene. Die müssen ihre Anwesenheit sonst auf ein spezielles „Reservat“ beschränken, heute jedoch dürfen sie sich auf dem weitläufigen Gelände frei bewegen.
Noch präsenter sind die Kinder: Sie nutzen die zahlreichen Mitmach-Aktionen, grillen Marshmallows, schlürfen alkoholfreie Drinks, lassen sich schminken oder toben einfach durch die engen Gassen der hölzernen Stadt. Auch die zwei Kinder von KJR-Vorstandsmitglied Karsten Urbanek sind dabei. Tochter
Sophia (8) hat darauf bestanden, pünktlich zum Festbeginn da zu sein, um ja nichts zu verpassen. Und nicht erst um 16.30 Uhr, wenn ihr Papa beim offiziellen Teil der Feier seine Rede hält. Recht hat sie, denn an diesem Tag ist einiges geboten. Und auch ihr fünfjähriger Bruder Konstantin genießt den Trubel.

Bevor es „offiziell“ wird, tritt noch das „Trio Souvenirs“ auf und begeistert die Festgäste.
Dann begrüßt ASP-Leiterin Susanne Kußmaul die Gäste und stellt die beiden Redner vor.
Stadtrat Marian Offman hat sichtlich Freude daran, zu diesem Jubiläum die Grußworte der Stadt zu überbringen, und er erzählt etwas zur Entstehungsgeschichte, die er ganz bemerkenswert
findet.

Denn tatsächlich war dieses „Paradies für Kinder und Eltern“ zunächst nur als „Provisorium“ geplant. Eltern, die vergeblich einen anspruchsvollen Spielplatz in Neuhausen gesucht hatten, gründeten eine Elterninitiative und forderten von der Stadt die Einrichtung eines Abenteuerspielplatzes, damit die Kinder hämmern, graben, schreien, toben, rennen, matschen, planschen und Feuer machen können. Schließlich fand sich zumindest eine Lösung auf Zeit – auf einem Grundstück der Heiliggeist-Spital-Stiftung.

Nach der Eröffnung 1979 erwies sich der ASP als Erfolgsmodell. Niemand hatte damit gerechnet, dass schon innerhalb des ersten halben Jahres über 1.000 Schulkinder auf den Platz strömen würden, um sich einen „Werkzeugausweis“ ausstellen zu lassen.

Von der bewegten Zeit der Anfangsjahre über einen Großbrand und das Reaktorunglück von Tschernobyl – beide Male musste der Platz für notwendige Entsorgungsarbeiten geschlossen werden – ging es mit dem Provisorium doch immer weiter. Das pädagogisch betreute Lern- und Experimentierfeld
für Kinder wuchs und gedieh.

Und: „Wie sie sehen, der ASP ist immer noch da, wo er 1979 gegründet worden ist“, schmunzelt Marian Offman. „Und das Gelände ist für die Zukunft gesichert“. Es ist übrigens der einzige Abenteuerspielplatz in ganz Bayern ohne ein festes Spielhaus! „Hier wurde in den letzten 40 Jahren sehr viel geleistet“,
lobt Offman und schließt seine Rede mit einem großen Dank an alle Beteiligten.

Der nächste Redner erhält „Geleitschutz“, als er ans Mikrofon tritt. Sophia und Konstantin finden es spannend, dass jetzt der Papa was erzählen soll. Karsten Urbanek ist seit Ende Mai im KJR-Vorstand und freut sich, dass gerade dieses Jubiläum sein erster offizieller Termin ist. Begeistert erläutert er das
pädagogische Konzept. „Alle heute hier zu sehenden Spiel- und Erlebnisbereiche sind von Kindern für Kinder konzipiert und selbst bzw. mitgestaltet“, betont Urbanek.

Er erzählt auch vom berühmten „Gemüsesuppenbeet“, in dem die Zutaten für die Versorgung von mindestens 40 Kindern angebaut werden. Und von fast verzweifelten Eltern, die von Einkaufserlebnissen mit ihren Kindern berichten, die sich weigerten, nicht-biologische Lebensmittel mit nach Hause zu nehmen – weil sie nämlich auf dem ASP für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung
sensibilisiert worden sind.

„Nur mit einem Team, das in höchstem Maße motiviert und innovativ ist, konnte diese Erfolgsgeschichte der ‚grünen Oase mitten in der Stadt‘ geschrieben werden“, leitet er über zum Dank an das aktuelle Team: Susanne Kußmaul, Nicole Endrich, Caroline Schmidmaier, Alexandra Wölk, Matthias Stöckl und Werner Dafinger. Und natürlich hat er auch ein passendes Geschenk dabei: einen Akku-Schlagschrauber!

Aber es geht noch weiter …
„Neben dem 40. Einrichtungsjubiläum gibt es noch ein kleines Jubiläum zu feiern“, weiß Karsten Urbanek. Vor 10 Jahren wurden nämlich die ASP-Juniors gegründet. Es begann mit drei Mädchen und drei Jungen, die sich mehr als andere Kinder in die Arbeit einbringen wollten. Ihre Idee war, das pädagogische Team zu unterstützen, anderen Kindern zu helfen und als Bindeglied zwischen Erwachsenen und Kindern zu handeln. Aktuell sind ca. 20 junge Menschen zwischen 10 und 23
Jahren aktiv. Einige davon sind auch beim Geburtstagsfest und übernehmen zum Beispiel das Kinder-Schminken, Waffeln-Backen und Cocktail-Mixen.

Bevor das Buffet eröffnet wird, können die Gäste noch ein Ergebnis erfolgreicher ASP-Kooperationen erleben: Wo sonst könnte man den Münchner Matrosenchor hören? Spätestens da gibt es keinen Zweifel mehr: Der Abenteuer-Spiel-Platz Neuhausen ist wirklich was Besonderes!


Ingrid Zorn und Patrik Gastel, Öffentlichkeitsarbeit, KJR

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