Archiv der Fachveranstaltungen

 

 

Jugendpolitischer Fachtag

Die Jugend befragt – Und was passiert jetzt? Der Fachtag am 27. Juli zu den Ergebnissen der Jugendbefragung suchte konkrete Lösungsstrategien für die Anliegen von jungen Münchnerinnen und Münchnern.

 

München macht Druck – unter diesem Titel wurden im März die Ergebnisse der zweiten Münchner Jugendbefragung veröffentlich. Am 27. Juli trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtpolitik, Stadtverwaltung, der Jugendarbeit und junge Menschen selbst, um gemeinsam auszuloten, welche Maßnahmen schnell und möglichst unbürokratisch angegangen werden können, damit Münchens Jugend merkt: wir werden nicht nur gefragt, sondern unsere Anliegen werden auch aufgegriffen.

Der Lenkungsgruppe der Jugendbefragung (darin vertreten das Stadtjugendamt und das Bündnis „Wir sind die Zukunft“) war es in der Vorbereitung des Fachtags sehr wichtig, mit konkreten Maßnahmen und Vereinbarungen aus dem Fachtag zu gehen, die junge Menschen zeitnah erreichen. Aus diesem Grund wurden die „großen“ Themen wie Wohnen und MVV für den Fachtag ausgespart. In beiden Bereichen sind kurzfristig keine Verbesserungen zu erzielen. Die nach der letzten Jugendbefragung ins Leben gerufene AG zum Jugend- und Ausbildungsticket zeigt, welch langen Atem junge Menschen hier aufbringen (müssen), ohne dass für die Altersgruppe Verbesserungen wirklich spürbar werden.

Deswegen wurde auf dem Fachtag nach der Vorstellung der allgemeinen Ergebnisse zielgerichtet in Workshops gearbeitet. Als Überschriften für die Workshops waren Zitate aus der Jugendbefragung gewählt worden, die das Themenfeld jeweils mit den Worten Jugendlicher beschreiben sollten:

  • „Jugendliche werden kaum ernstgenommen, außerdem ist kaum ein eigenes Projekt ohne Leitung von Erwachsenen auf die Beine zu stellen“.
  • „(dass man …) immer absagen muss, da man sich den Freizeitspaß nicht leisten kann ...“
  • Sicherheit für Frauen und vor allem Mädchen!“
  •  „Dass München, obwohl es viele (junge) Menschen mit viel Potenzial gibt, keinen Platz bietet, dieses auszuleben“.
  • „Über das Hintertürchen gelangt Rassismus immer mehr in die allgemeine Mentalität.“

In den Workshops wurde intensiv und zum Teil sehr kontrovers diskutiert. Die beteiligten jungen Menschen haben dabei teilweise mit großer Geduld zugehört, wenn mal wieder Erwachsene Ideen spinnen und erst ganz am Schluss nachfragen, ob das nun in ihrem Sinne sei. Teilweise waren sie aber auch voll an der Erarbeitung von Maßnahmen beteiligt und konnten einbringen, was aus jugendlicher Sicht eine echte Verbesserung wäre.

In den Workshops mit sehr vielen Teilnehmenden reichte die Zeit nicht aus, um die Ideen bereits so konkret zu machen, dass Maßnahmen morgen umgesetzt werden können. In den kleineren wurden die Ideen aber bereits so weit entwickelt und Verantwortlichkeiten benannt, dass einer Umsetzung bzw. dem Anstoß zur Umsetzung wenig im Wege steht. Vielleicht merken dann Mädchen und junge Frauen, dass sich an ihrer Sicherheit bzw. ihrem Sicherheitsgefühl etwas verbessert hat.

Dr. Manuela Sauer, Grundsatzreferentin, KJR

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