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Mädchen sorgen für mehr Licht in Obermenzing

Bei Einsatz Licht: Mädchen und junge Frauen haben in Obermenzing erreicht, dass in einem dunklen Park neue Lichtmasten aufgestellt werden. Ein Jahr nach ihrem Vorschlag sagen sie „na endlich“, andere freuen sich über den schnellen Erfolg.

Der Einsatz der Mädchen in Obermenzing hat sich gelohnt: in der dunklen Jahreszeit hatten sie oft Angst, wenn sie zur „Schäwie“ wollten, dem Kinder- und Jugendtreff an der Schäferwiese. „Hier mache ich immer das Handylicht an, es ist zu dunkel und ich sehe nicht, ob jemand im Park ist“, sagt ein Mädchen, das regelmäßig den Jugendtreff besucht. Ihr Weg dorthin führt sie vom Lucia-Popp-Bogen an der Grundschule vorbei zur Freizeitstätte, die „An der Schäferweise 1“ liegt. Dabei muss sie den nur schwach beleuchteten Park am Wasserspielplatz queren.

Und auch ihren Freundinnen aus der Schäwie war es hier oft unheimlich. Deshalb haben sie vor einem Jahr bei „Platz da für Mädchen und junge Frauen“ mitgemacht. Bei dieser Aktion hatte der Kreisjugendring München-Stadt (KJR) junge Münchnerinnen eingeladen, mit Fotos zu zeigen, wo sie sich in München sicher fühlen und an welchen Orten sie Angst haben.

Die Resonanz war groß, die Teilnehmerinnen trugen insgesamt 88 Orte in 14 Stadtvierteln zusammen. Angsteinflößende Gegenden wurden ebenso genannt wie Wohlfühlorte.

Ob die Dunkelheit und freilaufende Hunde an der Halfpipe in Laim, nördlich des Abenteuerspielplatzes an der Von-der-Pfordten-Straße, ob die schlechte Busverbindungen in Freimann am Abend oder eben der schlecht beleuchtete Weg vom Lucia-Popp-Bogen zur Schäferwiese in Obermenzing: auf www.platz-da-fuer-maedchen.de sind seit dem Frühjahr alle positiven wie negativen Nennungen veröffentlicht.

Spitzenreiter bei den 88 Beiträgen ist das oft unzureichende oder ganz fehlende Licht in den Abendstunden. Mit 25 Anliegen beschäftigte sich fast jeder dritte Beitrag damit. Dunkelheit flößt vielen Mädchen und jungen Frauen Angst ein und verunsichert sie. „Das führt dazu, dass sie bestimmte Wege und Plätze vermeiden“, sagt die KJR-Mädchenbeauftragte Bettina von Hoyningen-Huene. „Und das schränkt ihren Lebensraum stark ein“. Bereits in der 2. Münchner Jugendbefragung im Jahr 2016 wünschten sich 49 Prozent mehr Beleuchtung auf einsamen Wegen oder an Sportanlagen.

Umso mehr freut es die Besucherinnen des Kinder- und Jugendtreffs an der Schäferwiese nun, dass die Stadt ihre Anregung aufnahm. Das Gartenbauamt setzte Ende Oktober drei neue Lichtmasten, am vergangenen Freitag, den 15. November, wurden sie feierlich eingeweiht. Dabei waren der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Romanus Scholz und sein BA-Kollege Frieder Vogelsgesang, die Rektorin der Grundschule Schäferwiese, Sibylle Kruschke, die Schäwie-Leiterin Elke Fassbender mit ihrem pädagogischen Team und knapp 30 Kinder und Jugendliche.

Ab sofort müssen diese ihr Handylicht nicht mehr einschalten – und alle anderen Passanten ebenso wenig.

Für die Jugendlichen ist das Jahr, das seit ihrem Befund verstrichen ist, eine lange Zeit. „Ja endlich, da haben wir lange für gekämpft“, sagen sie daher heute, „das wurde aber auch Zeit!“

Elke Fassbender, die Leiterin des Kinder- und Jugendtreffs und ihr Kollege Peter Hein haben viele E-Mails geschrieben und sind zur Bürgerversammlung gegangen, um dort das Anliegen vorzubringen. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, sagt Fassbender. Und dass nicht nur wegen der neuen Lichtmasten.  „Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig zu wissen, dass sie Einfluss nehmen können. Aber das schaffen sie oft nur, wenn Erwachsene sie ernst nehmen und für sie die Schritte gehen, die sie selbst nicht gehen würden.“ Also etwa der Besuch der Bürgerversammlung.

Im Kinder- und Jugendtreff ist nun eine kleine Ausstellung zu dem Projekt zu sehen. Dabei zeigt eine Zeitschiene, welche Schritte nötig waren. Und was sie gebracht haben. Nämlich Erfolg. Und Erleuchtung.


Das Gender-Sternchen * macht Geschlechtervielfalt sichtbar und benennt damit neben Frauen* und Männern* auch Trans* und Inter* sowie Menschen unterschiedlichster Geschlechtsidentitäten.

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