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Köşk: LINIEN UND LÜGEN

Das Ausstellungskonzept LINIEN UND LÜGEN von der Künstlergruppe caduta sassi ist von 31. März bis 7. April im Köşk zu sehen.

Vernissage: 30. März ab 18 Uhr.

Die Linie ist Grundelement von Gestaltung.
Die Linie verführt dazu, dass man ihr Glauben schenkt.
Sie eignet sich hervorragend zum Betrug!

Die Ausstellung LINIEN UND LÜGEN spinnt ein feines Netz aus Zusammenhängen und verzweigt sich in verschiedenen künstlerischen Positionen, greift Teilaspekte von Wahrheiten auf und stellt diese in Frage. Fotografie, Malerei, Objekt- und Filminstallationen werden zu einer begehbaren Landschaft verwoben, die zum Überqueren und Eintauchen einlädt, Widersprüche und Parallelen aufzeigt und für den Betrachter vielfältige Assoziationen ermöglicht.
Die Künstlergruppe Caduta Sassi arbeitet seit 30 Jahre zusammen. Ausstellungen und Konzepte der Gruppe, sowie deren Zusammensetzung haben sich immer wieder verändert. Nach 20 Jahren eigener Galerietätigkeit mit einem Experimentierraum für Künstler und Konzepte jeder Art, entwerfen zum gegenwärtigen Zeitraum 7 Künstler/Innen Ausstellungskonzepte, die unterschiedliche künstlerische Positionen miteinander verknüpfen.

Nada Jordan zeichnet mit Linien im Raum: das klare Liniengeflecht, das sich an Fensterscheiben und Wänden entspinnt, bildet scheinbar plastische Formen, geometrische Körper. Doch die arrangierte Ordnung wirkt gestört, die an Architektur erinnernde Struktur scheint zusammengebrochen. Was ist geschehen? Welche Kräfte waren am Werk? Einzelformen lösen sich aus dem Chaos und gewinnen an Höhe.

In den Glasarbeiten von Sanni Findner lösen sich die Linien fast gänzlich auf. Die Transparenz des Glases lässt Raum und Werk verschmelzen, allein an den Schnittkanten ist die grünliche Bruchkante des Floatglas zu erkennen. Auch hier stellt sich die Frage: Zerbricht die Idee von Wirklichkeit, wenn wir uns darauf zu bewegen? Abermillionen Pünktchen (feine Körner aus Quarzsand) sind zu Flächen zusammengeschmolzen, die sich in Transparenz auflösen und nur zeitweise wahrnehmbare Linien im Raum zurücklassen.

Raphael Brunner überschreitet in seinen Serie „Nächtliches“ die Grenze zum Traum. Bisweilen verstörend genau wird der Betrachter mit zeichenhaften Situationen konfrontiert, die ihn rätseln lassen: ist hier flüchtiger Impuls oder Kalkül im Spiel? In den Bildern wird Erinnerung zurecht gebogen, Alltägliches zum Drama. Ein akribisch deskriptiver Pinselstrich wechselt sich mit teils grob, fast derb gemalten Passagen ab.

Die großformatigen Fotografien von Christine Lindenmüller stellen den Betrachter ebenfalls vor Rätsel: ist hier ein wahrer, unverhoffter Moment Schnappschussartig aufgenommen worden, oder ist das Foto inszeniert? Wer hat die Erde aus dem Fenster geschüttet und warum? Was hat vor und nach dem aufgenommenen Moment stattgefunden?
C.L. spannt feine Fäden in der Natur, befestigt rätselhafte Objekte und lässt diese Inszenierungen durch Wind und Wetter lebendig werden. Momente menschlicher Präsenz, die für den Bruchteil einer Sekunde eingefangen werden sind die Schwelle, an der Geschichten beginnen.

Bei der Film-Installation von Ulrike Kaiser nagt Wasser an kleinen Salzkegeln auf Tellern. Die Schönheit der Projektion täuscht darüber hinweg, dass diese Inseln untergehen werden. In einer Wandarbeit lassen sich verschiedene Filmtrommeln bewegen, in denen mit feinen Linien gezeichnete Wasserstrukturen zu sehen sind. Erst durch unseren Anstoß wird das Wasser lebendig.

Seltsam verlassen wirken die hängenden Betonskulpturen von Hans Lindenmüller: Wer wohnt da? Die archaisch anmutenden Baukörper, die sich eng aneinander schmiegen erinnern an Insektennester und beschwören somit die Idee des „Zusammenseins“ herauf: eine Lebensform der Zukunft oder Relikte und Hüllen einer längst verloren gegangenen Gemeinschaft?

Die Linie ist für Nicola Müller in ihren Cut Outs eine Überprüfung der Wirklichkeit durch sich immer aufs neu überlagernde Schichten. Mit dem Skalpell schneidet sie aus Fotografien, Linien und Flächen, bis eine neue, gültige Raumordnung gefunden ist. Jede geschnittene Linie lässt sich mit einer neuen Fotoschicht überzeichnen, korrigieren oder vertiefen.

So wirft die Ausstellung LINIEN UND LÜGEN auch mehr Fragen auf, als dass sie eindeutige Hinweise auf Wahrheiten und Befinden liefert. Linien stellen jedoch auch Grenzen dar, ein: „Bis hierhin und nicht weiter“- manche der Linien sind klar gezogen, andere durchlässig ... eine jede ist eine Behauptung, die weitergedacht werden will. Denn anders als die begrenzte Strecke ist eine Linie etwas, was nicht per se ein Ende hat.

Vernissage:                        30. März 2019 // ab 18 Uhr

Dauer der Ausstellung:     31. März bis 06. April 2019

Öffnungszeiten:                 Mi 03. April 14 - 19 Uhr
                                             Do 04. April 14 - 19 Uhr
                                             Fr 05. April 14 - 19 Uhr
                                             Sa 06. April 14 - 18 Uhr, 20 Uhr Deep Harmonics - Live Act

Eintritt frei   

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