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HVV 2019: Volles Haus voller Ideen

Die drei Stunden der Herbstvollversammlung waren gut gefüllt: Mit den neun Jugendpolitischen Forderungen zur Kommunalwahl, mit dem KJR-Wirtschaftsplan 2020 und mit Ideen für eine bessere Unterstützung der Jugendverbände. Und mit einem Abschied nach 44 Vollversammlungen.

Der Name „Herbstvollversammlung“ verrät neben der Jahreszeit vor allem eines: Dass es voll ist. Was an diesem 19. November eher am mittelgroßen Saal im CVJM-Haus als an den 79 Delegierten liegt. Voll ist aber auch die Tagesordnung.

Der im Mai neu gewählte Vorstand berichtet über seine bisherige Arbeit. Dazu gehörten die Antrittsbesuche bei Politik und Stadtverwaltung, die Unterstützung für "Fridays for Future" und das Volksbegehren #6 Jahre Mietenstopp ebenso wie die Verabschiedung der Jugendpolitischen Forderungen. Die umfassen Wohnen und Freiräume, Nachhaltigkeit, Mobilität sowie Einsatz gegen Rechtsextremismus und werden in der Vollversammlung einzeln vorgestellt.

Neu ist der „Online-TED“, bei dem alle Anwesenden per Smartphone mitstimmen können. Bei der Wahl der „mir wichtigsten Jugendpolitischen Forderung“ liegt „München gegen Rechts“ mit 22 Prozent klar an der Spitze, gefolgt von Wohnen (19 %), München mobil (17 %) und Nachhaltigkeit (13 %).

So ist auch zu erfahren, dass 53 Prozent noch nicht entschieden haben, wem sie bei der Kommunalwahl ihre Stimme geben wollen. Und, ganz praktisch, dass zwei Drittel in der Essenspause zu den Käsespätzle greifen wollen und ein Drittel zum veganen Kartoffelauflauf.

Die entscheidenden Abstimmungen erfolgen jedoch klassisch per Stimmkarte. So der Wirtschaftsplan 2020, der einstimmig angenommen wird. Er hat ein Gesamtvolumen von 36.625.900 Euro, wovon drei Viertel für Personalkosten anfallen. Mit dem Haushalt wird 2020 auch erstmals die neue Jugendverbandsförderung umgesetzt, bei der die Mittel zu 57 Prozent aus der Grundförderung und 43 Prozent Maßnahmenförderung bestehen.

Wie sehr die Stadt die Arbeit des KJR und seiner Jugendverbände schätzt, macht Stadträtin Anja Berger als Vertreterin der Landeshauptstadt München klar. „Wir wissen ganz genau, was wir an euch haben“, ruft sie den Delegierten zu. Am Beispiel MVV-Jugendticket lobt sie, „dass ihr es so vorantreibt und so beharrlich dran seid“.

„Junge Menschen haben Bock auf Demokratie!“

Berger spricht von 2020 als einem besonderen Jahr: Zum einen wegen des Jubiläums 75 Jahre KJR. Dessen Motto „Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ reklamiert sie auch für die Landeshauptstadt. Zum anderen wegen der Kommunalwahlen am 15. März. Für diese wirbt Berger, „dass jene, die unsere demokratischen Werte in Frage stellen, möglichst klein bleiben“. Ganz im Gegensatz zur Wahlbeteiligung, die 2014 bei nur 42 Prozent lag. „Ich setze auf euch, dass es mehr wird!“.

KJR-Vorsitzende Judith Greil empfiehlt dazu die vom KJR schon lange geforderte Absenkung des Wahlalters. „Junge Menschen haben Bock auf Demokratie!“, sagt sie. Berger muss sie davon nicht überzeugen, die grüne Stadträtin verfolgt das gleiche Ziel.

In mehreren Arbeitsgruppen sammeln die – wie Stadträtin Berger mit etwas Neid feststellt – „viele selbst noch sehr jungen“ Mitglieder der Jugendverbände Wünsche für die Unterstützung ihrer Arbeit durch den Vorstand und durch den gesamten KJR.

Dabei sprudeln die Ideen. Zum Beispiel, auch eintägige Aktionen so wie eine Ferienfahrt zu fördern, oder ein Tool anzubieten, das geeignete Räume für Wochenendfahrten auflistet. Einige vermissen die frühere „Montagsreihe“, deren Veranstaltungen zur Auffrischung der Juleica genutzt werden konnten, überhaupt ist die Jugendleiter*innen-Card ein großes Thema: „Es ist einfacher, die Juleica zu machen, als sie zu verlängern“, monieren manche. Ob Workshops und Arbeitshilfen zu Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Buchhaltung oder die Frage, wer Gebärdensprachdolmetscherinnen vermitteln kann, all diese Vorschläge sammelt der Vorstand nun.

Zum Schluss der Vollversammlung bedankt sich Judith Greil beim langjährigen „Haushälter“ des KJR, Gerhard Mayer, den sie „nicht ganz freiwillig“ verabschiedet. Nach 21 Jahren verlässt er den KJR zum Jahresende und wird Leiter des Amtes für Wohnen und Migration. Diese Herbstvollversammlung ist für ihn die 44. KJR-Vollversammlung.

Gecko Wagner, Öffentlichkeitsarbeit, KJR

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