Auf Herz und Rampen prüfen – Stadtteilchecks

Seit Februar 2009 gibt es das Projekt „Auf Herz und Rampen prüfen“, angegliedert an die KJR-Fachstelle Inklusion (erleben – begegnen – solidarisieren).

Das von der LH München geförderte Projekt „Auf Herz und Rampen prüfen“ führt Stadtteilchecks mit Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren in München durch.

Die Kinder tauchen in die Lebenswelt von Menschen mit Behinderung(en) ein, indem sie selbst ausprobieren, wie es ist, sich mit einem Rollstuhl, mit Augenbinde, Simulationsbrille und Blindenlangstock im Alltag zu bewegen. Sie erfahren, welche baulichen Gegebenheiten im öffentlichen Raum förderlich und hinderlich sind, und wie Mitbürger/innen auf Menschen mit Behinderung(en) reagieren. Ziele sind dabei die Sensibilisierung der Kinder für Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung(en) und das Testen von Stadtteilen auf ihre Barrierefreiheit.

Bei Interesse können sich Schulklassen und Gruppen aus anderen Institutionen an oben genannten Kontakt wenden.

Inklusive Angebote

Inklusive Ferienangebote

Ziel ist, alle Angebote inklusiv zu gestalten. Die unten stehenden  Aktionen haben sich bereits sehr bewährt.

Für die Teilnahme an weiteren KJR-Ferienangeboten berät sie die Fachstelle Inklusion gerne und vermittelt Kontakte zu den Einrichtungen und stellt im Bedarfsfall eine persönliche Assistenz zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Winterfreizeit „Schneebeben“ (Kinder) oder „Spring Snow“ (Jugendliche)
Die Alternative zu Snowboard- und Skifahren: gemeinsam ein Iglu bauen, eine Minigolfbahn aus Schnee zaubern, Schneeschuhe und alles, mit dem man einen Berg runterfahren kann, ausprobieren.

Mädchen-Abenteuer-Wochenende
Am Lagerfeuer sitzen und ratschen, Stockbrot und Spiele, basteln und Natur entdecken

Manege frei! – Oberbayerische Kinderzirkustage
Zirkusluft schnuppern beim Kinderzirkus in Königsdorf. Eine Woche lang üben die kleinen Artisten ihre Nummern für die Große Vorstellung vor Eltern, Familien und Freunden.

Zirkus Nordini
Jonglieren, zaubern, Einrad fahren, Seiltanz, Stelzenlauf, Fakirkünste, Flug- und Bodenakrobatik und zum Abschluss eine große Galavorstellung in einem richtigen Zirkuszelt.

Komm doch mit nach Indien
Yoga am Seil und Pfahl, Fakir-Künste, Saris und Turbane wickeln, indisches Essen und viele Workshops zum Thema Indien mit großer Abschlussveranstaltung

Erlebnispädagogische Ferienfahrt an den Walchensee Raften auf der Isar, wandern und klettern, Lagerfeuer und Spiele, basteln und bauen, im Walchensee baden und Boot fahren. Jeweils eine Woche Kinderlager oder Jugendlager

Dunkelbrunch

Beim „Dunkelbrunch“ bereiten die Kinder und Jugendlichen die Speisen für ihren Brunch selbst zu. Von Obstsalat über Käse-Trauben-Sticks bis zum Aufschneiden von Semmeln und Brezen geschieht alles im Dunkeln mit Unterstützung der Pädagoginnen und Pädagogen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds.

Im Anschluss wird das Festmahl gemeinsam verspeist – ebenfalls im Dunkeln.
Die Kinder und Jugendlichen erleben, wie es sich anfühlen kann, als Mensch mit Sehbeeinträchtigung oder blind den Alltag zu meistern.

Teilnahme
Münchner Freizeiteinrichtungen (z. B. Kinder- und Jugendtreffs) und Schulklassen in Kooperation mit Freizeiteinrichtungen des KJR können das Projekt „Dunkelbrunch“ durchführen. (Schulklassen ab der 2. Jahrgangsstufe)

Ein Dunkelbrunch dauert in der Regel vier Stunden.
Teilnahmebeitrag pro Kind 2 Euro

Weitere Projekte

  • Projektchecks
  • Sensibilisierungsmärchen „Rußschwarzen und Rosenblau“
  • Workshops zum Thema Behinderung
  • Angebote bei Großveranstaltungen (z.B. Mini-München, Kinderkultursommer (KiKS), OBEN OHNE Open Air)

Fachstelle Inklusion

Seit 2002 gibt es im KJR die Fachstelle für Inklusion. 
Aufgabe ist es, über gemeinsame Freizeitgestaltung Kontakte zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung(en) zu fördern und die Interessen und Belange junger Menschen mit Behinderung(en) gezielter in die Angebotspalette der Offenen Kinder- und Jugendarbeit einzubringen.


Integrative / inklusive Angebote

Wir möchten Kindern und Jugendlichen mit Behinderung den Zugang zu den Angeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit erleichtern. Dabei fördern wir Kooperationen zwischen der Offenen Behindertenarbeit und der Offenen

Kinder- und Jugendarbeit und achten auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung(en).

Bei der praktischen Umsetzung sind uns die Bewusstseinsförderung und die Sensibilisierung für die Belange von Menschen mit Behinderung(en) besonders wichtig. Wir orientieren uns dabei an den Stärken und Ressourcen der Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderung(en).

Grundlage unseres Handelns bilden die Leitlinien der Stadt München zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung(en).


Wir arbeiten nach den Prinzipien …

Erleben:

Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen ohne Behinderung(en) für die Lebenswelt ihrer Gleichaltrigen mit eingeschränkten Sinnen und körperlichen Beeinträchtigungen durch Projekte wie Dunkelbrunch, Stadtteilchecks und Deaf Graff.

Begegnen:

Durch barrierefreies Denken und die Bereitstellung von Assistenzen möchten wir Begegnungen ermöglichen. Wir haben uns bewusst entschieden, die breite Palette der Angebote inklusiv zu gestalten: Angefangen bei den Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit bis zu Ferienangeboten wie das Sommerlager am Walchensee und den Ferienprojekten „Zirkus Nordini“ und „Komm doch mit nach Indien“.Außerdem setzen wir uns für die Verbesserung von Teilhabemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit Behinderung(en) bei Großveranstaltungen wie Mini-München, KinderKulturSommer sowie OBEN OHNE Open Air ein.

Solidarisieren:

Wir kooperieren auch auf jugendpolitischer Ebene, arbeiten gemeinsam und stehen füreinander ein. Die im November 2008 gegründete Jugendinitiative „All inclusive“ trifft sich regelmäßig im Haus der Jugendarbeit, um sich auszutauschen, miteinander und voneinander zu lernen sowie Ideen und Projekte zum Thema „gelebte Inklusion“ zu verwirklichen.


Inklusion

Inklusion bedeutet für uns die Berücksichtigung und Wertschätzung von Vielfalt.
Konkret heißt das, die Teilhabe aller Menschen anzustreben, die sich beteiligen möchten.
Wir verfolgen einen ressourcenorientierten Ansatz und wollen die Stärken des bzw. der Einzelnen fördern.
Zudem setzten wir uns aktiv für die Schaffung von Gelingensbedingungen ein und suchen kreative Wege – hin zu inklusiven Angeboten.

Wir orientieren uns bei unserer Arbeit an drei Dimensionen (nach Tony Booth):

  • Barrieren im Kopf Überwinden – Schaffung inklusiver Kulturen
  • Barrieren in der Umwelt abschaffen – Etablierung inklusiver Strukturen
  • Barrieren im Handeln vermeiden – Entwicklung inklusiver Praktiken


Zuständig für den Themenbereich Integration und Inklusion ist die Fachstelle für Inklusion


Inklusion von A bis Z

Bayerischer Jugendring, Bezirksjugendring Oberbayern und die Kreisjugendringe München-Stadt und München-Land haben eine Postkartensammlung für die Jugendarbeit zum Thema Inklusion entwickelt. Diese soll praktisches Basiswissen über inklusive Arbeit vermitteln und ermutigen, Angebote für alle Zielgruppen zu öffnen. Sie enthält zahlreiche Tipps, die den beteiligten Pädagoginnen und Pädagogen in ihrer Arbeit mit unterschiedlichen Kindern und Jugendlichen geholfen haben.

Die Karten gibt es kostenlos zum Download unter
shop.bjr.de/aktuelle-publikationen/204/inklusion-von-a-z