Freiräume

München soll eine Stadt sein, in der Platz für die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen ist: auffallen dürfen – ohne als störend wahrgenommen zu werden;
Ziele verwirklichen können – ohne dabei eingeschränkt zu werden; den eigenen
Platz in der Stadtgesellschaft finden – ohne sich anpassen zu müssen. Denn
Kinder und Jugendliche benötigen Räume, die nicht vorstrukturiert und zweckgebunden
sind. Sie brauchen Räume, die ihnen vorbehaltlos zugestanden werden.
Darüber hinaus müssen sie sich eigene urbane Orte aneignen dürfen, ohne einem
konkreten Verwertungsdruck ausgesetzt zu sein.
Wir setzen uns deshalb für eine offene kinder- und jugendfreundliche Stadt ein, die deutlich mehr Freiraum für junge Menschen als bislang bietet.
In diesem Verständnis muss die Landeshauptstadt München auch „Wildwuchs“
und eigenständige Jugendkulturen im öffentlichen Stadtbild ermöglichen. Kinder
und Jugendliche sollen selbst bestimmen, inwieweit diese Jugendkulturen in institutionalisierte
Bahnen übergehen. Die Stadtgesellschaft muss Irritationen und
Reibungen zwischen den gelebten Kulturen als Bereicherung ermöglichen und
fördern.

Jugendpolitische Forderungen zu Freiräumen

... an die Stadtgesellschaft:

 

  • Respekt und Toleranz gegenüber einer selbstbestimmten Gestaltung und Nutzung von städtischen Freiräumen.

… von der Kommunalpolitik:

 

  • Erhalt und Erweiterung von Flächen zum Spielen und zur freien Entfaltung von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum – insbesondere in Vierteln, die von Gentrifizierung geprägt sind,
  • kostenlose Überlassung leerstehender städtischer Gebäude zur Zwischennutzung für kreative Aktionen,
  • Einbindung Jugendlicher in den städtischen Planungsprozess zur Neugestaltung des innerstädtischen Isar-Bereichs. Dort und an vielen anderen Orten der Stadt müssen „wilde“ Grünflächen und Naturräume erhalten werden.
  • Ausweisung geeigneter öffentlicher Flächen für „Urban Gardening Projekte“: Tauschen, teilen, gemeinsam anbauen und essen werden so zur gelebten politischen Vision einer ökologisch orientierten und weitgehend autarken Stadtgesellschaft.
  • Schaffung von Online-Beteiligungsmöglichkeiten bei stadtgestalterischen Prozessen.