Ein Projekt zum Laufen bringen ...

…ist hauptsächlich Sache der Produktionsleitung. 

Zunächst geht es um das Team und seine Mitglieder: Wer kennt sich schon und wer nicht, warum möchte man mitmachen und welche Vorstellungen hat von dem Projekt  und was bringt man evtl. als Know-how bereits mit?

Da empfiehlt es sich, in einigen Treffen Motive, Interessen und Kenntnisse erst einmal zu klären, ehe die Gruppe „an den Start“ geht.

Mit diesen Klärungen geht es in die erste Runde und die ist sehr arbeitsintensiv: 

Ideen zu den Inhalten, dazu die Vorstellungen über mögliche Interviewpartner werden gesammelt und diskutiert. 

Ganz wichtig ist die Entwicklung einer Zeitschiene, die, ebenfalls erst einmal überblicksweise, die verschiedenen Phasen von Vorbereitung, Produktion, Schnitt und Postproduktion bis hin zu einem Stichtag der Fertigstellung und folgend der Premiere festlegt.  Ein Projekt muss für alle Beteiligten einen verlässlichen Zeitrahmen haben. Wir alle sind ja nicht professionelle Filmemacher/innen, sondern haben uns für einen bestimmten Zeitraum zusammengetan, um ein Projekt  miteinander zu entwickeln, innerhalb unserer sonstigen Lebenszusammenhänge, wie Ausbildung, Zivildienst, Studium, etc. Entsprechend notwendig ist auch das Einplanen regelmäßiger Teamtreffen, in denen neben allen anderen inhaltlichen Fragen auch die Zeitplanung regelmäßig überprüft wird.

So erfährt die ursprüngliche zeitliche Einteilung im Prozess natürlicherweise immer wieder kleine Veränderungen, weil Interviewtermine sich verschieben,  Drehgenehmigungen nicht erteilt werden, was inhaltliche Veränderungen nach sich zieht, oder personelle Engpässe wegen Krankheit oder Urlaub entstehen. Damit muss dann so flexibel umgegangen werden, dass es bei dem ungefähren Plan der einzelnen Phasen und vor allem beim Stichtag der Fertigstellung bleibt.

Ganz davon abgesehen, kostet eine Produktion auch Geld, womit wir beim nächsten Schwerpunkt der Vorbereitungsphase wären:

Parallel zu all den genannten Aufgaben der Startphase wird ein Kostenplan entwickelt, den man am besten mit Profis der Filmbranche bespricht. Unsere Kalkulation hat ein Kameramann mit beruflicher Erfahrung zusammengestellt. Auf dieser Basis konnte die Produktionsleitung dann einen Finanzierungsplan entwerfen, der die Eigenbeteiligung des Produzenten, in unserem Fall des Kreisjugendring München-Stadt, und die Akquise weiterer Sponsoren und Förderer verdeutlicht. 

In der Filmbranche ist es fast üblich, dass eine Produktion letztlich die ursprünglich geplanten Kosten weit übersteigt. In Laienprojekten wie unserem Film ist es absolut ratsam, sich so konsequent wie möglich an die ursprüngliche Planung zu halten.

Das Einwerben von Fördergeldern ist ein langer Weg - selbst für einen großen Träger wie den Kreisjugendring München-Stadt - und hat in diesem Projekt fast bis zur letzten Phase der Postproduktion gedauert. Den Löwenanteil an „Kick it like Kurt“ trugen Kreisjugendring und NS-Dokumentationszentrum.

Letztlich blieb bei der Produktionssumme von ca. 47.000 € ein Defizit übrig, das zu verschmerzen ist. 

Die verschiedenen Aufgaben

Regie und Regieassistenz
Sie sind verantwortlich für die Umsetzung einer Idee in „die Story“, das inhaltliche Konzept und das Drehbuch. Sie begleiten und bestimmen die inhaltliche Entwicklung des Films von A bis Z und arbeiten natürlich eng und intensiv mit allen anderen Mitgliedern des Teams zusammen.

Kamera/Ton und Kamera-/Tonassistenz
Sie bilden sozusagen „das Auge“ und „das Ohr“, das die Idee und das Konzept in Bildern, Szenen und Impressionen einfängt, sie sichtbar und hörbar macht. Regie und Kamera arbeiten Hand in Hand und bei den Dreharbeiten besonders intensiv zusammen.

Recherche
Neben den Interviews war es natürlich grundlegend wichtig, möglichst viel historisches Material über Kurt Landauer und die frühen Jahre des FC Bayern zu sammeln, aber auch über München und speziell den Stadtteil Schwabing, „die Wiege“ des FC Bayern. Mit dieser Aufgabe wechselten sich mehrere junge Leute ab, darunter auch Regie und Regieassistenz und die Produktionsleitung. Das Material wurde immer wieder gemeinsam mit dem NS-Dokumentationszentrum gesichtet und wissenschaftlich geprüft.

Animation (Zeichentrick)
In dem Film wollten wir historische Ereignisse durch zwei Trickbilder und eine Trickfilmszene darstellen. Vier junge Künstler/innen, die schon Erfahrung im Trickzeichnen hatten, kümmerten sich darum. Die Zeichnungen wurden nach Fertigstellung digitalisiert, also in den PC übertragen, in Reihe gefügt und damit „zum Laufen“ gebracht (Compositing).

Schnitt
Die vielen Stunden Drehmaterial und die Animation werden entlang des Drehbuchs in eine Rohfassung zusammengekürzt, die Szenen aufeinander abgestimmt und „in Fluss“ gebracht. Eine intensive Arbeit, die fast 10 Wochen dauerte, in der die Regisseurin und die Editorin nahezu Tag für Tag zusammenarbeiteten.

Postproduktion
Hier geht der Rohschnitt in die Zielgerade, Bild und Ton werden fein bearbeitet, geschnittene Interviewteile „flüssig“ gemacht, Hintergrundgeräusche so weit wie möglich reduziert, Szenen mit Musikeinspielungen unterlegt. Dann ging der Film in zwei Runden der Sichtung, wurde von Produktionsleitung und NS-Dokumentationszentrum begutachtet und in kleinen Punkten noch mal verändert.  Dann die Endabnahme: „Kick it like Kurt“ war fertig für die Premiere.

Und damit es zu den Rollen auch Gesichter gibt, stellen sich einige unserer Teammitglieder persönlich vor: hier ...